I. Ein Besuch an der IGS Osterholz-Scharmbeck am 28.10.2009
Delegation aus Visselhövede besucht die IGS Osterholz
Am Mittwoch, den 28.10.2009, haben Bürgermeisterin Franka Strehse, SPD-Ratsmitglied Lotar Cordts, Hauptschulleiter G.O. Dyck und zwei Mitglieder der Pro-IGS-Visselhövede die Integrierte Gesamtschule in Osterholz-Scharmbeck besucht, um sich vor Ort tiefergehend zu informieren und einen praktischen Eindruck des Schulalltags zu erhalten. Die Schule in Osterholz ist eine gebundene Ganztagsschule, in der die Kinder bis 16.00 Uhr unterrichtet werden. Man ist vorbereitet, wir werden erwartet. Der stellvertretende Schulleiter Herr Eisenhauer begrüßt uns herzlich. Die Osterholzer Lehrer haben bereits Routine, häufig werden sie angesprochen und besucht. Die IGS Osterholz ist die einzige Schule ihrer Art im gesamten ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg.
Frau Prinz, eine Gymnasiallehrerin, übernimmt die Einführung. Sie erläutert uns ausführlich den Aufbau und die Gliederung des Unterrichts. Sie erklärt die Tandemarbeit zweier Lehrer, die einen Jahrgang von der 5. bis zur 10. Klasse begleiten. Projektarbeiten scheinen besonders beliebt und effektiv zu sein. Diese finden zweistündig nachmittags statt und können auch in bestimmten Fällen mit dem fachlichen Unterricht verbunden werden. Bei den Fremdsprachen ist Spanisch besonders beliebt, erfahren wir zur unserer Überraschung. Leider ist es schwer, ausreichend Lehrkräfte zu bekommen.
Neben den üblichen Unterrichtsfächern gibt es ca. 20 AG (Arbeitsgemeinschaften). In ihnen wird beispielsweise ein Instrument gespielt oder gesungen, Sport getrieben, künstlerisch gestaltet oder auch mal Mathematik gepaukt. Beeindruckend ist eine gut ausgestattete Mediathek, die dringend neuen Raum braucht. Sie erfreut sich besonders beliebter Nutzung.
Bei einer Kaffeepause kommen wir ins Gespräch mit weiteren Lehrkräften. Ausgeglichen und zufrieden scheinen alle. Herr Schlüter, verantwortlich für Planung und Koordination, übernimmt unsere Gruppe und führt uns durch einige Bereiche im Inneren und über den groß angelegten Außenbereich der Schule. In den besichtigten Klassenzimmern wird in entspannter Atmosphäre aufmerksam und rege am Unterricht teilgenommen. Wir freuen uns auf das gemeinsame Mittagessen in der Schulmensa. Kürbiscremesuppe und Apfelauflauf. So kommen wir ins Gespräch mit dem Musiklehrer der Schule. Später hören wir drei seiner Schülerinnen beim Singen zu, während er sie auf dem Klavier begleitet. Wirklich eindrucksvoll.
Im Anschluss führen uns vier Schüler, Sechstklässler, aus dem Jahrgang von Herrn Schlüter in der noch andauernden siebzigminütigen Mittagspause durch die belebten Räume und Flure der Schule. Denn auch in der Mittagpause existiert ein reichhaltiges Angebot durch die Lehrkräfte. Die Kinder führen uns durch die beliebtesten Räumlichkeiten, wozu wohl der Freizeitbereich mit Billardtischen, Kickern und Tischtennisplatten sowie die Sporthalle gehören. Auf einem Flur kann sogar mit Einrädern gefahren werden. Hier gibt es keine Langeweile, keinen Leerlauf.
Wir gehen zurück in den „Roten Salon“ (wegen des roten Teppichs), ein größeres Lehrerzimmer, zur Abschlussbesprechung. Wir sind beeindruckt und in unserer Auffassung bestätigt. Hier wären wir wohl auch gerne zur Schule gegangen. Es gäbe noch viel zu berichten. Ich empfehle den Zweiflern und Kritikern dieser Schulform, sich die Mühe eines Besuches zu machen, denn es ist nicht leicht alle Bilder und Eindrücke in Kürze wiederzugeben.
Ihr/Eurer Frank Uhrhammer
(Sehen Sie/Seht Euch auch die Bilder aus der IGS OHZ auf der Unterseite an!)
II. Am Beispiel der IGS Franzsches Feld in Braunschweig
Sie vereinigt die Bildungsgänge, die zum Hauptschulabschluss,
zum Realschulabschluss und zum Abitur führen und ermöglicht
das gemeinsame Lernen für alle Schülerinnen und Schüler, die
aus der Klassenstufe 4 der Grundschule in die Klassenstufe 5
überwechseln - ganz gleich, welche Neigungen und Fähigkeiten
sie mitbringen.
Die Gesamtschule hat drei Schwerpunkte:
Sie soll den Schülerinnen und Schülern auf der Basis der geltenden Lehrpläne eine gemeinsame, wissenschaftsorientierte und praxisbezogene Grundbildung vermitteln.
Sie soll die spezifischen Begabungen und Leistungsschwerpunkte der einzelnen Schülerinnen und Schüler unterstützen und die individuellen Lernmöglichkeiten und -interessen möglichst optimal fördern.
Sie soll das gegenseitige Verstehen durch gemeinsame Lernerfahrungen fördern und die Bereitschaft zu sozialem Handeln und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit von Menschen unterschiedlicher Herkunft entwickeln.
Den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder und Jugendlichen kommt die Gesamtschule entgegen, indem sie verschiedene Wege und Lernangebote bietet, um die Unterrichtsziele zu erreichen. Ab der Klassenstufe 7 werden die Schülerinnen und Schüler dazu in den Fächern Mathematik und 1. Fremdsprache, Deutsch und Naturwissenschaften in leistungsdifferenzierten Gruppen unterrichtet. Die Fachleistungsdifferenzierung beginnt in der 1. Fremdsprache und in der Regel in Mathematik in Klassenstufe 7, in Deutsch in der Regel in Klassenstufe 8 und in den Naturwissenschaften ab Klassenstufe 9. Zusätzlich bietet eine Wahlpflichtdifferenzierung ab Klassenstufe 7 den Kindern die Möglichkeit, in einer weiteren Fremdsprache, Technik, Wirtschaftslehre oder dem Fach Gestalten einen persönlichen Schwerpunkt entsprechend ihrer Neigung und Befähigung zu legen. Darüber hinaus erweitert gezielter Förderunterricht das Spektrum individueller Lernmöglichkeiten.
Durch die Organisation des Unterrichts und pädagogische Maßnahmen kann die Schullaufbahn an der Gesamtschule - und damit auch die Festlegung auf einen bestimmten Abschluss - möglichst lange offen gehalten werden. Die Integrierte Gesamtschule führt zu allen Schulabschlüssen und Berechtigungen:
Man kann den Hauptschul- und den Realschulabschluss erreichen
den Übergang in die gymnasiale Oberstufe
die Fachhochschulreife (schulischer Teil)
und das Abitur.
Der Realschulabschluss und die Berechtigung zum Übergang in die gymnasiale Oberstufe werden durch eine Abschlussprüfung am Ende der Klassenstufe 10 erworben.
Das Abitur an der Gesamtschule wird nach einer drei Jahrgänge umfassenden Oberstufe erworben, die nach den gemeinsamen Richtlinien für die Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen organisiert ist. Die Lehrpläne für den Oberstufenunterricht gelten für Gymnasien und Gesamtschulen gleichermaßen.
Die bundesweite Anerkennung der Abschlüsse ist sicher gestellt.